WLAN-Heatmap erstellen: So misst du die Ausleuchtung zu Hause

Netzwerkprofis planen WLAN in Büros seit Jahren mit Heatmaps. Für deine Wohnung reicht ein Handy – und ein paar Minuten.

Aktualisiert am · 4 Min. Lesezeit

In diesem Ratgeber
  1. Warum eine Heatmap mehr zeigt als ein Speedtest
  2. Wie eine WLAN-Heatmap entsteht
  3. WLAN-Heatmap mit dem iPhone erstellen
  4. Tipps für eine aussagekräftige Karte
  5. Die Farben richtig lesen
  6. Häufige Fragen

Eine WLAN-Heatmap ist ein Grundriss, der danach eingefärbt ist, wie gut das WLAN an jeder Stelle ist. Starke Abdeckung erscheint in kühlen Farben, Schwachstellen in warmen, Funklöcher in Rot. Statt einer Liste mit Speedtest-Ergebnissen bekommst du ein Bild deiner Wohnung, auf dem Problemzonen sofort auffallen. Fachleute nennen das auch WLAN-Ausleuchtung.

Warum eine Heatmap mehr zeigt als ein Speedtest

Ein Speedtest beantwortet genau eine Frage: Wie schnell ist die Verbindung hier und jetzt? Über den Raum nebenan sagt er nichts, und er vermischt zwei verschiedene Dinge: dein WLAN und deine Internetleitung.

Eine Heatmap beantwortet die nützlichere Frage: Wo wird das WLAN schlechter – und wie stark? Genau das sagt dir, ob du den Router umstellen solltest, wo ein Mesh-Knoten hingehört oder ob du überhaupt zusätzliche Hardware brauchst.

Wie eine WLAN-Heatmap entsteht

Jede Heatmap, vom Profi-Tool bis zur App, folgt denselben drei Schritten:

  1. Ein Grundriss. Die Karte braucht die Form der Räume, damit jede Messung dort landet, wo sie gemacht wurde.
  2. Messungen beim Gehen. Du bewegst dich durch die Räume, und das Werkzeug erfasst die WLAN-Qualität an vielen Stellen.
  3. Interpolation. Die Lücken zwischen den Messpunkten werden aufgefüllt und der ganze Grundriss eingefärbt – so siehst du zusammenhängende Bereiche statt einzelner Punkte.

Profis, die ein Büro ausleuchten, nutzen Laptops mit spezieller Software und messen das rohe Funksignal in dBm. Zu Hause zählt etwas Einfacheres: wo deine Geräte tatsächlich Probleme haben.

WLAN-Heatmap mit dem iPhone erstellen

Mit WiFi Heatmap läuft alles auf dem iPhone:

  1. Grundriss erstellen. Geh durch die Wohnung und erfasse die Räume, die du prüfen willst.
  2. Raum für Raum messen. Geh langsam durch jeden Raum. Die App zeichnet auf, wie deine Verbindung an deinem Standort reagiert.
  3. Karte lesen. Jeder Raum bekommt eine Farbe und eine Qualitätsbewertung von 0 bis 100, und die schwächsten Bereiche fallen sofort auf.

Gut zu wissen: iOS lässt Apps den Rohwert des WLAN-Signals nicht auslesen, deshalb kann keine App aus dem App Store echte dBm-Werte auf dem iPhone anzeigen. WiFi Heatmap misst stattdessen die Verbindungsqualität – also genau das, was du merkst, wenn ein Video hängt. Wenn dich die Signalwerte selbst interessieren, lies WLAN-Signalstärke am iPhone messen.

Tipps für eine aussagekräftige Karte

  • Miss die Wohnung so, wie du sie nutzt. Ist die Schlafzimmertür meistens zu, schließ sie.
  • Halte das Handy wie gewohnt. Ein Handy auf dem Schreibtisch und eines in Brusthöhe in der Hand liefern leicht unterschiedliche Ergebnisse.
  • Geh langsam und decke die wichtigen Stellen ab. Sofa, Schreibtisch, Bett und Küchentisch sind wichtiger als die hinterste Schrankecke.
  • Ein Netz nach dem anderen. Hat dein Repeater einen eigenen Netzwerknamen, miss jedes Netz separat.
  • Nach jeder Änderung neu messen. Den Router einen Meter zu versetzen, kann die Karte stärker verändern, als man denkt.
  • Zu einer anderen Tageszeit messen, wenn die Ergebnisse seltsam wirken. Abends ist es in Mehrfamilienhäusern oft schlechter, wenn alle Nachbarn streamen.

Die Farben richtig lesen

Farbe Bedeutung Was du merkst
Türkis / Grün Starke Verbindung Videocalls und 4K-Streaming laufen flüssig
Gelb Mittel Surfen geht, Videos verlieren eventuell an Qualität
Orange Schwach Langsames Laden, ruckelnde Videos und Anrufe
Rot Funkloch Seiten laden nicht oder das Gerät verliert die Verbindung

Am wertvollsten ist auf einer Heatmap nicht die einzelne Farbe, sondern wie sie sich verändert:

  • Die Farben werden mit der Entfernung allmählich wärmer: Der Router steht zu weit weg von den genutzten Räumen. Stell ihn Richtung Mitte, wie im Ratgeber Router richtig aufstellen beschrieben.
  • Eine scharfe Kante an einer Wand: Diese Wand ist das Problem. Oft genügt es, den Router etwas zu versetzen oder einen Mesh-Knoten auf die andere Seite zu stellen.
  • Ein ganzes Stockwerk ist rot: Die Geschossdecke blockiert das Signal. Zuverlässig hilft ein zweiter Access Point auf diesem Stockwerk. Die Optionen vergleicht Repeater oder Mesh.

Häufige Fragen

Gibt es eine kostenlose WLAN-Heatmap-App fürs iPhone?

Mehrere Apps bieten Heatmaps auf dem iPhone an, einige mit kostenlosen Funktionen. Keine davon kann unter iOS echte dBm-Werte anzeigen – sie messen die Verbindungsqualität auf andere Weise. Achte auf eine App, die einen Grundriss deiner Wohnung erstellt, damit die Ergebnisse echten Räumen zugeordnet sind.

Was ist der Unterschied zwischen WLAN-Heatmap und WLAN-Ausleuchtung?

Zu Hause meinen beide dasselbe: eine Karte, wie gut das WLAN in jedem Bereich ist. „Ausleuchtung" ist der Fachbegriff aus der Netzwerkplanung, „Heatmap" beschreibt die farbige Darstellung.

Wie oft sollte ich eine neue Heatmap erstellen?

Immer wenn sich etwas ändert: neuer oder umgestellter Router, ein Mesh-System, neue Möbel im Weg. Auch wenn ein Raum, der früher gut war, plötzlich Probleme macht.

Zeigt mir die Heatmap, wo ein Mesh-Knoten hingehört?

Ja, das ist eine ihrer besten Anwendungen. Stell den Knoten dorthin, wo die Karte noch grün oder gelb ist, auf dem Weg zur roten Zone – nicht ins Funkloch selbst. Ein Knoten, der ein schwaches Signal empfängt, kann nur ein schwaches Signal weitergeben.