Wie viele Mesh-Nodes braucht man wirklich?

Die meisten Wohnungen brauchen weniger Nodes als das Set verspricht, und zu viele machen das WLAN langsamer. So entscheidest du anhand deiner Wohnung.

Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit

In diesem Ratgeber
  1. Warum die Quadratmeterangabe in die Irre führt
  2. Ein realistischer Startpunkt
  3. Warum mehr Nodes schaden können
  4. Kabel ändert alles
  5. So entscheidest du für deine Wohnung
  6. Anzeichen für zu viele Nodes
  7. Erst messen, dann kaufen

Mesh-Sets kommen im Doppel- oder Dreierpack, und auf der Packung steht eine Reichweite in Quadratmetern. Deine Wohnung interessiert diese Zahl nicht: Zwei gleich große Wohnungen, eine offen geschnitten und eine mit Stahlbetonwänden, brauchen völlig unterschiedliche Lösungen.

Warum die Quadratmeterangabe in die Irre führt

Hersteller messen unter nahezu idealen Bedingungen. Wie weit ein Node wirklich trägt, entscheiden:

  • Die Wände und ihr Material. Trockenbau kostet wenig, Stahlbeton kann alles kosten.
  • Der Grundriss. Eine lange, schmale Wohnung ist schwerer abzudecken als eine quadratische gleicher Größe.
  • Die Geschossdecken. Zwischen den Etagen blockiert Beton mehr als jede Innenwand.
  • Wo der Router stehen muss, meist am Hausanschluss und damit oft in einer Ecke.

Ein realistischer Startpunkt

  • Wohnung bis etwa 80 m², offener Schnitt: oft reicht ein guter Router. Probiere zuerst, ihn umzustellen.
  • Wohnung mit dicken Wänden oder langem Flur: Router plus ein Node.
  • Haus mit zwei Etagen: Router plus ein Node oben, am besten nahe der Treppe.
  • Drei Etagen, Keller oder Nebengebäude: Router plus zwei Nodes, und dann lohnt sich das Kabel wirklich.

Fang mit der kleinsten Variante an, die reichen könnte. Einen Node ergänzt du jederzeit; ein überfülltes Netz aufzuräumen ist mühsamer.

Warum mehr Nodes schaden können

Jeder Node ohne Kabel wiederholt den Verkehr über Funk. Wenn das System dafür kein eigenes Funkmodul und kein LAN-Kabel zwischen den Geräten hat:

  • Mit jedem Funk-Hop sinkt der Durchsatz. Ein Node, der über einen zweiten Node zum Router funkt, kann pro Schritt die Hälfte verlieren.
  • Die Nodes konkurrieren um Sendezeit mit deinen Geräten auf denselben Kanälen.
  • Geräte werden unschlüssig, wenn an einer Stelle mehrere Nodes gut zu empfangen sind, und hängen am falschen fest.

Drei schlecht gestellte Nodes sind schlechter als zwei gut gestellte. Deshalb hört man so oft: "Ich habe einen Node ergänzt, und jetzt ist es langsamer."

Kabel ändert alles

Wenn du die Nodes per LAN verbindest (oder per MoCA über das TV-Koaxkabel, oder per Powerline), wird jeder Node praktisch zu einem eigenen Router: Der Tempoverlust entfällt, und die Anzahl ist nur noch eine Frage der Fläche. Drei verkabelte Nodes sind wirklich besser als zwei; drei per Funk oft nicht.

So entscheidest du für deine Wohnung

Zähle die Räume, die stören, nicht die Quadratmeter:

  1. Miss den Ist-Zustand. Geh durch jeden Raum und sieh, wo die Verbindung gut, schwach oder tot ist.
  2. Erledige zuerst das Kostenlose: Standort des Routers, Höhe, und der Schrank, in dem er steht. Danach erneut messen. Viele Wohnungen brauchen dann gar keinen Node.
  3. Sieh dir an, was übrig bleibt. Eine schwache Ecke am Ende der Wohnung ist ein Node. Ein schwaches Obergeschoss ist ein Node oben. Ein schwaches Obergeschoss und ein Garten sind zwei.
  4. Nach der Installation erneut messen. Bleiben rote Bereiche, hilft ein Umstellen meist mehr als ein weiterer Node.

Anzeichen für zu viele Nodes

  • Seit dem letzten Node ist das Tempo gesunken.
  • Das Handy zeigt volle Balken, Seiten zögern trotzdem.
  • Geräte hängen an einem weit entfernten Node, obwohl ein näherer danebensteht.
  • Die App des Mesh-Systems meldet für einen Node eine schwache Verbindung zum Netz.

Erst messen, dann kaufen

WiFi Heatmap macht aus deiner Wohnung einen farbigen Grundriss auf dem iPhone. "Wie viele brauche ich" wird damit zu einer sichtbaren Frage: wie viele schwache Bereiche nach den kostenlosen Korrekturen übrig bleiben. Danach: Repeater richtig platzieren.